2 / 2026
Das Fahrrad als Erfahrungsraum
Das Fahrrad wirkt: zwischen Anstrengung, Freiheit und Gemeinschaft entstehen Lernprozesse, die unmittelbar erlebt und reflektiert werden können. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie vielseitig das Fahrrad in Erlebnispädagogik und Jugendhilfe eingesetzt werden kann – und warum es gerade heute so wertvoll ist.
Themen aus dem aktuellen Heft

akzent
Das Fahrrad als pädagogisches Medium (Ronja Spießl)
Das Fahrrad ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Es birgt ein großes pädagogisches Potenzial – sowohl für Gruppenprozesse wie auch für die Entwicklung Einzelner. Bei seinem Einsatz gilt es aber auch, realistisch auf die Hürden und Voraussetzungen zu blicken. Ronja Spießl arbeitet in ihrem Beitrag Chancen und Herausforderungen gleichermaßen heraus.


akzent
Das Rad als erlebnispädagogische Methode (Daniel Mastalerz)
Hohe Anforderungen, zu überwindende Schwierigkeiten und körperliche Anstrengung haben einen eigenen pädagogischen Wert. Gerade das Radfahren ermöglicht Kindern und Jugendlichen solche Erfahrungen. Daniel Mastalerz vergleicht in seinem Beitrag zwei Formate: klassische Radtouren und die „Tour de Jugendhilfe“. Anhand von 30 Jahren Beobachtungen und Erfahrungen reflektiert er beide vor dem Hintergrund von Kurt Hahns „Salemer Gesetzen“. So gibt der Beitrag eine gute Orientierung, welcher Zugang für die eigene Praxis passend sein könnte.


akzent
Das Fahrrad in der erlebnispädagogischen Weiterbildung (Mario Erzberger)
Die Jugendhilfe steht vor einer Zäsur: Viele junge Menschen bleiben in digitalen Räumen weitgehend sich selbst überlassen. Die Folgen zeigen sich in Bindungsstörungen, Bewegungsmangel und dem Rückzug in virtuelle Scheinwelten. Das Jugendwerk St. Josef setzt dem mit der Weiterbildung zum Erlebnispädagogen mit dem Schwerpunkt Fahrrad einen konkreten Gegenentwurf entgegen. Sie qualifiziert Fachkräfte dazu, erfahrungsorientierte Lernräume zu gestalten und das Fahrrad als pädagogisches Kraftpaket zu nutzen – für stabile Beziehungen, wirksames Handeln und als echte Alternative zu medialen Reizen mit wenig Substanz.


akzent
Mehr als ein Radrennen (Andreas Taschka)
Die Jugendhilfe Rummelsberg richtet in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal ein Mountainbike-Radrennen aus. Teilnehmende aus Jugendhilfeeinrichtungen und Nachbargemeinden kommen dabei zusammen, unterstützt von zahlreichen Helfer:innen des ortsansässigen Sportvereins. So wird das Rennen zu einem starken Beispiel dafür, wie Fahrradprojekte Begegnung fördern und Vorbehalte abbauen können.


akzent
Fahrradfahren in der Jugendhilfe (Christian Hain)
Im Jugendhilfezentrum Bernardshof ist das Fahrrad weit mehr als ein Fortbewegungsmittel: Es wird als pädagogisches, sportliches und soziales Instrument in vielen Bereichen der Einrichtung genutzt. Der Beitrag zeigt, wie Fahrradprojekte Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und gesundheitliche Entwicklung fördern können. Im Mittelpunkt stehen dabei die praktische Umsetzung, der Fahrradführerschein sowie der Einsatz von Mountainbikes und Tourenrädern im pädagogischen Alltag.


akzent
Schraubenschlüssel, Speichenspannung und Gespräche (Florian Schirmak)
Ein Praxiswerkstatt für Fahrräder in Magdeburg zeigt, dass Zweiräder die Verbindung zur Gesellschaft herstellen können. Das Projekt SoliRADisch verbindet seit 2014 nachhaltige Mobilität mit sozialer Teilhabe und politischer Bildung. Was auf den ersten Blick nach einer offenen Selbsthilfewerkstatt klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als sozial-ökologischer Lern- und Erfahrungsraum – insbesondere für Jugendliche.


vip
Ist Erinnern eine Aufgabe für die Erlebnispädagogik? (Sibylle Schönert)
Erinnerungskultur und Erlebnispädagogik – passt das zusammen? Auf den ersten Blick eher nicht. Doch wer junge Menschen in Haltung, Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung stärken will, kommt an der Auseinandersetzung mit Geschichte kaum vorbei. Warum sich hier ein genauerer Blick lohnt, zeigt dieser Beitrag.
Praxisbeispiele
Im Gedenken der Kinder (Sibylle Schönert), Gedenk_mal Box (Imme Heiligendorff), Bildungsarbeit am Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle (Babette Müller-Gräper)
Drei Praxisbeispiele zeigen, wie unterschiedlich Formen des Erinnerns heute aussehen können: als Verbindung von Bürgerschaft, Schule und Universität, als künstlerisch-partizipativer Zugang im öffentlichen Raum und als Lernen am historischen Ort und institutionelle Aufarbeitung. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Erinnerung nicht als bloßen Rückblick verstehen, sondern als etwas Gegenwärtiges – als eine Praxis des Hinschauens, Fragens und Weiterdenkens. Genau darin könnte eine wichtige Aufgabe auch für die Erlebnispädagogik liegen.

Interesse geweckt?
Diese und noch mehr spannende Themen rund um Erlebnispädagogik findest du in dieser Ausgabe der e&l.
